2 Schweine - 2 Leben

Die Ferkel werden selbständiger

Mit nun knapp über drei Wochen trinken X15, X11 und alle Geschwister bereits aus einer an der Wand montierten Trinkvorrichtung. Ebenso versuchen sie schon ab und an vom Futter. Aber auch von Mamas Milch wird nach wie vor genascht.

Langsam steigt auch deutlich sichtbar das Interesse für die Kamera – oder zumindest die Neugier, was denn da in die Bucht gehalten wird.

Die betäubungslose Kastration aus der Sicht des Tierschutzes

Die männlichen Ferkel sind wenige Tage alt, wenn sie von den Schweinezüchtern einer nach dem anderen eingefangen werden. Sie versuchen davon zu laufen, werden aber von flinken, routinierten Menschenhänden schnell erwischt. Das sie zu diesem Zeitpunkt aus Angst um Hilfe schreien, hilft Ihnen in der industriellen Tierhaltung wenig.

Eine Person hält nun das Ferkel fest, damit es sich nicht wehren kann. Es bekommt schier Panik, als es auf den Rücken gedreht wird - eine absolut unnatürliche Position für Schweine. Doch all das Schreien hilft nichts. Der Kopf wird vom Handlanger unter die Achsel geklemmt, die Beine festgehalten und nach oben gestreckt. Dadurch ist der Unterleib des Ferkels frei und ungeschützt.

Diese ganze Prozedur erlebt die Mutter unmittelbar mit, hört die panischen Schmerzensschreie ihrer Kinder, möchte ihnen zu Hilfe kommen; allein, ein Käfig aus blankem Stahl fesselt sie an den Boden. Sie ist fixiert. Kann sich nicht umdrehen. Sieht deswegen oft auch nicht, was mit ihren Kindern gerade geschieht. Sie hat Angst. Ihr Maul schäumt. Die Augen vor Panik geweitet. Doch sie kann ihren Kindern nicht helfen.

Eine zweite Person schneidet nun mit einem Skalpell - ohne jede Betäubung - den Körper des Ferkels auf und presst die Hoden heraus. Diese werden abgeschnitten und die Wunde desinfiziert. Das Ferkel wird zurück gesetzt in die oft aus kaltem Vollspaltenboden oder blankem Beton bestehende Bucht.

Und schon folgt das Nächste. Massenabfertigung in der Massenproduktion. Routine - schnelle Schnitte - nur damit das Schweinefleisch nicht nach Eber schmeckt.

250.000 mal am Tag geschieht das allein in der EU. Rein rechnerisch werden also jede Sekunde drei Ferkel ohne Betäubung aufgeschnitten und kastriert. Rund um die Uhr. Der wissenschaftliche Ausschuss der EU-Kommission zu Tiergesundheit und Tierschutz hat bereits 2004 in einem Bericht festgestellt, dass dies für die betroffenen Ferkel erhebliche Schmerzen während der Kastration bedeutet. Dem aber nicht genug, leiden die Ferkel noch längere Zeit an den Folgen des schmerzhaften Eingriffs. Daher ist diese Form der Verstümmlung selbst unter Politiker/innen stark umstritten.

Nicht nur durch die Kastration werden auf diese Weise pro Jahr über 91 Millionen männliche Ferkel in der EU „behandelt“. In den meisten Betrieben zählt das Abschleifen der Zähne beider Geschlechter genauso zum Standardprogramm, wie das Abschneiden des Schwanzes der Baby-Ferkel. Beides extrem schmerzhafte, traumatisierende Eingriffe. Alles laut Tiernutzungsindustrie „zum Wohle der Schweine“  Wie blanker Hohn klingt diese Beschönigung, steht es doch unter Expert/innen längst fest, dass gegenseitiges Verletzen der Schweine nur durch den Stress enger, unzulänglicher Haltungsbedingungen hervorgerufen wird.

Beteubungslose Kastration bei Ferkeln

 

Brutal und schonungslos... aber auch bei uns täglich Realität.

Indem wir Fleisch kaufen und essen, nehmen wir diese Misshandlungen billigend in kauf!

 

In der Europäischen Union werden TÄGLICH 250.000 Ferkel kastriert. In fast allen Fällen ohne jede Betäubung! Die Kastration fügt den Schweinen nicht nur schwere akute, sondern auch langfristige Schmerzen zu. Der wissenschaftliche Ausschuss für Tiergesundheit und Tierschutz der EU-Kommission teilt diese Ansicht.

In Norwegen ist die Kastration komplett verboten. In den Niederlanden und ab 2010 in der Schweiz, ist die Kastration nur noch unter Betäubung erlaubt.

Die ersten Lebenstage von X11 & X15

X11 und X15 das Video zur Geburt

Die Ferkel sind geboren!
Die Ferkel sind geboren!

Liebe Freunde,

 

ich freu mich Euch mitteilen zu können, dass die Ferkel heute morgen auf die Welt gekommen sind. Die ersten 8 Fotos davon sind seit heute Abend, 20 Uhr im Internet - und wurden bis jetzt (23:30 Uhr) bereits über 100-mal angesehen. social media funktioniert!  :)

 

Drei der schönsten Bilder findet ihr unter  http://www.pig-vision.com/2009/06/26/die-ferkel-sind-geboren/  und alle anderen sind von dort aus verlinkt.

 

Morgen und am Montag wird es je ein Video von den Ferkeln geben. Am Sonntag weitere Fotos der Kleinen.

 

Die Videos und Fotos werde ich auch hier für Euch einstellen

 

Gruß Uwe

2 Schweine - 2 Leben
2 Schweine - 2 Leben

Welches Leben ist lebenswerter?
Die österreichische Tierrechts-Organisation United Creatures hat eine neue Kampagne auf der Website www.pig-vision.com begonnen. Auf dieser Seite werden alle Interessierten das Leben zweier Schweine verfolgen können:
Das eine Schwein wächst in einem heute üblichen Schweinemastbetrieb auf. United Creatures wird dieses Schwein sieben Monate mit der Kamera begleiten. Also bis zu seinem Tod. Gleichzeitig können Sie aber auch das Leben eines seiner Geschwister beobachten. Dieses zweite Schwein wird nicht in einer Halle auf Beton oder Spaltenboden aufwachsen, sondern auf einer grünen Wiese. Es wird nicht gewaltsam sterben müssen, es darf leben, so lange es die Natur zulässt. Was häufig über 10 Jahre sind.

United Creatures möchte damit allen mündigen Konsumenten die Möglichkeit geben, dieses allgegenwärtige Tier einmal in seiner Individualität zu sehen, sich ein eigenes Bild zu machen. Abseits von Horror-Bildern - und auch Abseits von Schönmalerei gut bezahlter Marketingprofis.

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Kommentare: 1
  • #1

    elya61 (Donnerstag, 18 Juni 2009 00:13)

    Ich werde Euch hier über alle Neuigkeiten auf dem laufenden halten.
    Gruß Uwe